Interview mit dem technischen Mitarbeiter Michael Schmidt von der GEWOBA
„Meine Arbeit liegt mir am Herzen“

Es ist ein typischer Februarvormittag in der Seestadt mit Nieselregen, Wind und Kälte, als wir Michael Schmidt im Columbus­ Center treffen. Der 50­jährige ist Regie­- und Abschnittsverwalter Technik bei der GEWOBA, zuständig für das Columbus ­Center, und wird uns heute hinter die Kulissen führen. Vor sieben Jahren hat er die technischen Geschicke im Columbus ­Center übernommen. Man braucht nicht lange, um zu erkennen, dass Michael Schmidt seinen Beruf mit Herz und Seele auslebt. Im Interview erzählt uns Schmidt, was das Besondere an seiner Arbeit ist und welchen Ausblick man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

Wie sieht Ihr Aufgabenbereich bei der Gewoba aus?

Die Gewoba versteht sich als Dienstleister. Ich persönlich kümmere mich um die Technik, erstelle Instandhaltungspläne, wie z.B. eine 10­jährige Vorausschau, etwa Dachsanierungen oder Sanierung der technischen Einrichtungen. Diese präsentiere ich dann auf den Eigentümerversammlungen. Die Eigentümer wünschen sich Transparenz und möchten wissen, was auf sie in den nächsten Jahren zukommt. Meine Aufgabe ist es, sie schon weit im Voraus über Maßnahmen wie Sanierungen und Renovierungen zu informieren.

Mit welchen Anliegen wenden sich Mieter oder Eigentümer an Sie?

Das kann z.B. ein Fenster sein, das klemmt, ein verstopftes Kanalrohr oder ein Wasserschaden. Ich bin oft auch die Schnittstelle zwischen Mietern oder Eigentümern und den Handwerkern. Wobei ich nicht über jede Lampe oder Tür, die nicht funktioniert, Bescheid wissen muss. Mittlerweile sind wir und die Haustechniker ein eingespieltes Team, das sich vertraut und die jeweilige Arbeit des anderen zu schätzen weiß.

Ist das Gebäude noch ganz gut in Schuss?

Ja, für ein Gebäude in dem Alter auf jeden Fall. Was natürlich auch daran liegt, dass die Eigentümer hier permanent eine gute Instandhaltung betrieben haben.

Welche Maßnahmen sind für die nächsten Jahre geplant?

Wir nehmen gerade die Dachflächensanierung z.B. beim Amt für Jugend in Angriff und haben die Ursachen der Wassereinbrüche wie z.B. bei Mode Steffen beseitigt. Wir unterteilen die Sanierungen in verschiedene Abschnitte, und ca. 45 % der Pläne sind schon abgearbeitet. Der größte Teil des Bauabschnitts 4, wo sich auch die Kindertagesstätte befindet, ist z.B. fertig. Wir arbeiten uns sukzessive und strategisch durch das Gebäude voran, sofern es die Gelder hergeben. Einige der Lastenaufzüge sind sehr veraltet und stehen für 2016 auch auf unserem Modernisierungsplan. Weiter werden wir ein neues Brandschutzkonzept entwickeln lassen und auch die Kameraführung im Center verbessern.

Haben Sie eine Erklärung dafür, warum die Wohntürme von vielen immer noch als Sozialbau angesehen werden?

Ich persönlich höre nie, dass das Columbus ­Center einen schlechten Ruf hat und als Sozialbau bezeichnet wird. Ganz im Gegenteil.

Was ist das Besondere am Wohnen im Columbus­Center?

Der Service ist fantastisch, alles ist barrierefrei, bei jeder Witterung kann man seine Wohnung trockenen Fußes verlassen. Kita, Shoppen, Supermarkt, Sauna, Schwimmbad, Ärzte - alles ist fußläufig erreichbar und vor allem für ältere Menschen sehr praktisch. Die Bewohner pflegen untereinander auch ein nachbarschaftliches Verhältnis.

Ist die Nachfrage nach Wohnugen nach wie vor hoch?

Es gibt ca. 500 Wohnungen und alle sind belegt. Als ich bei der Gewoba in Bremerhaven anfing, hatten wir noch Leerstand in den Wohntürmen. In der Stadt hat sich viel verändert, sie ist nicht zuletzt durch die Havenwelten attraktiver geworden. Es gibt mittlerweile lange Wartelisten und die Nachfrage nach Wohnungen ist nach wie vor sehr hoch.

Würden Sie auch gerne dort wohnen?

Jetzt noch nicht, aber im Alter kann ich mir das durchaus vorstellen.

Haben Sie sich schon einmal den Sonnenuntergang aus der 23. Etage angeschaut?

Natürlich. Allein der Blick auf die Havenwelten und die Weser ist unglaublich. Aber auch die beleuchtete Stadtseite ist wunderschön.

Haben Sie auch engere Kontakte zu den Bewohnern?

Ich kenne viele beim Namen und nehme mir gerne Zeit für persönliche Gespräche.

Gab es schon mal besondere Erlebnisse während Ihrer Arbeit, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?

Es geht manchmal ganz schön turbulent zu. Auf Grund der zentralen Lage ist oftmals eine besondere Planung der Logistik erforderlich. So wurde z. B. wegen einer Sanierungsmaßnahme das Material mit einem riesigen Kran und einem Hubschrauber aufs Dach transportiert.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass die Maßnahmen, die wir den Eigentümern vorschlagen, auch akzeptiert werden und wir sie Schritt für Schritt umsetzen können. Ich möchte meine Aufgaben mit viel Besonnenheit und Ruhe angehen. Ich gehe sehr gerne zur Arbeit und kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich meine Arbeit mit Herz und Seele mache. Ich habe ein Ziel vor Augen und wenn ich in Rente gehe, möchte ich sagen können, einiges erreicht und umgesetzt zu haben.

Ausgabe 1 - 2016