Der Architekt des Columbus-Centers 
Peter Weber

"Ich bewundere die Neue Heimat für ihren Mut"

Peter Weber war in den siebziger Jahren der Architekt des Columbus Centers. Damals ist er wegen dieses Auftrags extra von Darmstadt in den hohen Norden gekommen. Heute, dreißig Jahre nach der Fertigstellung, erzählt er Center Exklusiv über die Entstehung und die Fertigstellung eines der Wahrzeichen der Seestadt.

von Janine de Vries


Wie war es damals, als man an Sie herantrat, das Columbus Center zu planen?

Ich habe damals als Assistent an der Techno-Hochschule in Darmstadt gearbeitet und Mitassistenten haben den Wettbewerb der Neuen Heimat gewonnen. Als diese dann mit dem Auftrag drohte, hatten die Herren Angst bekommen, den sicheren Raum der Hochschule zu verlassen. Dort gab es ganz gutes Gehalt, man brauchte nicht allzu viel zu arbeiten. Also fragten sie mich: Peter, willst du nicht für uns in die kalte Heimat gehen? Ich habe dann spontan "Ja" gesagt, denn zwei Jahre Hochschule waren für mich genug. Ich muss aber auch sagen, dass vom damaligen Auftraggeber sehr viel Mut dazugehörte, unerfahrenen, jungen Leuten so ein Projekt anzuvertrauen.

Mussten Sie gewisse Vorgaben erfüllen?

Bremerhaven hatte damals keine wirkliche Stadtmitte, es war alles parallel und linear zur Weser aufgebaut. Also kam der Wunsch auf, ein Zentrum entstehen zu lassen und da bot sich der Bau des Columbus-Zentrums an. Diese Vermischung von Wohnen, Gewerbe und Parken, das fehlte einfach noch.

Hatten Sie Immobilien aus den USA als Vorbild?

Es gab zwar schon den Begriff der Mall, vielleicht hatten die Kollegen ein Vorbild, ich jedenfalls nicht.

Wie lange dauerte die gesamte Planung bis hin zur Fertigstellung?

Es ging in mehreren Bauabschnitten, so ungefähr vier Jahre hat es gedauert bis zur endgültigen Fertigstellung.

Ihre Planung war der damaligen Zeit um dreißig Jahre voraus. Erfüllt Sie dieses heute mit Stolz?

Natürlich ist es gut, wenn sowas heute noch funktioniert.

Bremerhavener sprechen oftmals negativ über das Gebäude. Woran, denken Sie, liegt das?

Sicherlich an der Höhe und Größe, Hochhäuser sind immer mal wieder diskussionswürdig. Viele Leute bezeichnen es auch von außen als hässlich, aber das muss man in der Zeit sehen, in der es entstand.

Wie verlief damals der Bau? Gab es irgendeine besondere Situation, an die Sie sich speziell erinnern?

Das größte Problem für mich war, innerhalb kürzester Zeit ein funktionstüchtiges Büro aufzubauen. Das habe ich von der Hochschule aus nicht gelernt. Zum Schluss hatten wir fünfzwanzig Architekten. Besonders dankbar bin ich der Neuen Heimat, die mir eine zusätzliche Gruppe von Architekten zur Verfügung stellte. Besonders Herrn John, den damaligen Gruppenleiter, ein wunderbarer Mann, hat mir sehr geholfen. Es war eine durchweg gute Zusammenarbeit, das kann man nicht anders sagen.

Ausgabe 1 - 2015